
Erstmals 1984 erschienen, hielt „Subway Art“ die bemalten Züge New Yorks in einem Moment fest, als diese temporäre Kultur gerade verschwand. Martha Cooper dokumentierte die Graffiti-Künstler und ihr Umfeld, während Henry Chalfant vorbeifahrende Züge fotografierte, um die Werke als Ganzes studieren zu können. Das Buch wurde weltweit als die Graffiti-Bibel bekannt.
Eine visuelle Schule ohne Grenzen
Bevor es Online-Archive gab, konnte ein Exemplar von „Subway Art“ eine ganze Crew oder eine ganze Stadt bilden. Graffiti-Künstler studierten Konturen, Flächen, Highlights, Figuren, Pfeile und die Balance des gesamten Waggons. Die Züge blieben in New York, aber die Fotografien fanden ihren Weg in Schlafzimmer, Bibliotheken und Skizzenbücher in ganz Europa. Die Seltenheit verlieh jedem reproduzierten Bild eine außergewöhnliche Bedeutung.
Die erste europäische Graffiti-Welle
Zusammen mit „Wild Style“ und „Style Wars“ trug das Buch maßgeblich zur ersten großen Graffiti-Welle in Europa bei. Junge Writer in London, Paris, Amsterdam, München, Zürich, Wien, Kopenhagen und Barcelona eigneten sich die New Yorker Graffiti-Sprache an und passten sie an die lokalen Züge, Wände und Gestaltungstraditionen an. Aus Nachahmung wurde Experimentieren, und es entstanden starke, eigenständige europäische Stile.
Ein bleibendes Zeugnis temporärer Kunst
Die meisten bemalten Züge wurden gereinigt, neu bemalt oder außer Betrieb genommen. So wurde die Fotografie zum Gedächtnis der Bewegung. „Subway Art“ zeigte, dass Graffiti Disziplin, Rivalität, Zusammenarbeit und ausgefeilte Buchstabenkonstruktionen beinhaltete, lange bevor Institutionen es als Kunstform anerkannten. Es ist nach wie vor von Bedeutung, da es die Kultur vor der ständigen digitalen Sichtbarkeit dokumentiert.
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